Frau Strange und das Familienleben

Berichte aus dem Familien-Paralleluniversum

Neues altes Zuhause

(Ich lasse jetzt mal den Teil weg, in dem ich darüber lamentiere, dass ich ewig nix geschrieben habe weil die Zeit nicht reicht, bla bla bla. Kann man sich ja dazu denken.)

Wir sind zurück in der Heimat. Unglaublich, aber wahr. Nach acht, bzw. für meinen Mann neun Jahren in der bayerisch-schwäbischen Kleinstadtidylle hat es uns zurück in die ostthüringische Provinz verschlagen. Die Kommentare im Freundes- und Bekanntenkreis reichen von: „Waaaas, seid ihr blöd, HIERHER zurück zu kommen?!“ bis „Ach, bestimmt wegen der Familie, ja? Das kann ich verstehen.“

Für uns ist es ein zweischneidiges Schwert. Einerseits lebten wir in einer der reichsten Gemeinden Deutschlands, hatten eine tolle Wohnung, eine großartige Infrastruktur, einen tollen Kinderarzt, eine großartige (schrecklich teure!) Krippe, mein Mann und ich einen erfüllenden Job … aber sonst nichts. Keine Großeltern, keine langjährigen Freunde, keinen familiären Bezug.

Jetzt ist es anders. Nicht besser. Oder: nicht NUR besser. Ich schaffe die Kleine zur Oma und arbeite währenddessen im home office (danke, Chef!). Im September startet die Eingewöhnung in eine tolle (preiswerte) Krippe. Es gibt in unserer Stadt einen akuten Mangel an Kinderärzten, die Menschen hier (und ihre Einstellungen) sind uns teilweise fremd geworden, die Infrastruktur ist die einer armen Großstadt, in der man jeden Gang mit dem Auto erledigen muss.

Ich glaube das ist so im Leben. Es gibt nichts, das nur schön ist, nur Vorteile mit sich bringt. Wir haben uns entschieden, hierher zurück zu kommen weil wir Prioritäten gesetzt haben. Die Familie ist uns wichtiger als ein paar hundert Euro, die wir im Monat mehr hätten (und für die Krippe ausgeben würden ;)). Wir haben viel gewonnen mit dem Umzug, aber auch ein paar Dinge verloren, die wir jetzt vermissen. Trotzdem war es richtig, den Schritt zu gehen. Ich bin mir sicher, dass wir es sonst in ein paar Jahren bereut hätten. Und wie ich letztlich erst irgendwo lesen konnte:

„Es ruckelt immer ein bisschen, wenn das Leben in den nächsten Gang schaltet.“

Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt. Hier, in der neuen alten Heimat.

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Die Sache mit der Fremdbetreuung

Long time, no see, ich weiß. Dabei gäbe es so viel zu berichten, festzuhalten und zu dokumentieren. Mir fehlt nur die Zeit dafür. Meine spärliche Freizeit verbringe ich zurzeit nun mal lieber anders … aber darum soll es jetzt nicht gehen. Ich möchte von unserer ersten Krippenzeit erzählen.

Ich war ja zwiegespalten. Einerseits: klar, super, wieder arbeiten, endlich was anderes sehen als nur volle Windeln, über andere Dinge reden und vor allem mit anderen Menschen reden die keine Kinder haben! Andererseits: mein armes kleines Mädchen kennt sich doch noch gar nicht aus in der Welt, hängt doch so arg an Mama und hat auch jedes Recht dazu und überhaupt ist sie doch noch so klein wie soll sie das denn hinkriegen ohne mich?

Ich bin ganz ehrlich: die Eingewöhnung war die Hölle. Woche eins ging noch, aber Woche zwei war eine einzige Katastrophe. In Woche drei dachte ich ernsthaft darüber nach, alles abzublasen, den Kita-Platz zu kündigen und meinem Chef zu sagen, dass ich mehr Zeit bräuchte. Ich sprach mit meinem Mann, weinte zwei Abende hintereinander genau so bitterlich wie mein Mädchen tagsüber, wenn ich sie für nicht mal fünf Minuten in der Kita allein ließ während andere Kinder, die nach uns eingewöhnt worden waren, fröhlich in der Gruppe spielten. Ich dachte sie schafft das nicht, ist einfach noch nicht so weit und zweifelte auch sehr an mir selbst weil ich glaubte, irgendwas falsch zu machen oder sie unbewusst gar nicht loslassen zu wollen. Ich hatte plötzlich auch das Vertrauen in die Erzieherinnen verloren. Wo war den die Bezugserzieherin und das ach so sanfte Berliner Modell, nach dem eingewöhnt werden sollte? Warum wurde meine Tochter einmal sogar nur „in ihrem Schreien begleitet“ wenn sie doch eindeutig einfühlsamen, aktiven Trost brauchte wenn ich den Raum verließ? Mein Mann ermutigte mich, noch nicht aufzugeben und stattdessen die Probleme, die ich sah, offen mit den Erzieherinnen zu besprechen.

Das tat ich dann auch. Ich sprach all das an, brachte meine Kritik energisch, aber konstruktiv zur Sprache. Ich kritisierte, dass meine Tochter keine Bezugserzieherin hätte, sondern versucht wurde, ihr alle drei Erzieherinnen „unterzujubeln“, was offensichtlich nicht funktionierte. Ich sagte klipp und klar, dass ich nicht möchte, dass mein Mädchen „in ihrem Schreien begleitet“ wird, sondern dass sie getröstet werden soll SOFORT wenn sie das Bedürfnis danach hat. Ich sagte, das ich ihr so viel Zeit geben wollte, wie sie eben brauchte weil sie nun mal sehr personenbezogen ist. Hat man ihr Vertrauen erst mal gewonnen, darf man alles mit ihr machen, aber es kann mitunter dauern bis man sie überhaupt anschauen, geschweige denn anfassen darf. So ist sie nun mal. Die Erzieherinnen reagierten verständnisvoll, man entschuldigte sich sogar, dass man mein Kind nicht sofort getröstet hätte, sondern ihr „Raum geben wollte, ihre Gefühle auszudrücken“. Das war falsch, das sieht man jetzt auch ein. Man würde das nicht wieder tun weil meine Tochter nicht der Typ Kind ist, bei dem sowas unter Umständen auch mal funktionieren könnte. Na gut. Nach dem Gespräch hatten wir ein Fünf-Tage-Wochenende und ich machte mit den Erzieherinnen aus, dass wir danach einfach noch mal von vorn anfangen. Ohne Vorurteile, ohne Angst, ohne Erwartungen. Dafür mit Bezugserzieherin die mit meiner Tochter isst, mit ihr spielt, sie tröstet wenn es sein muss.

Es klappte. Auf dem Arm der Bezugserzieherin war plötzlich alles gut. Es wurde zunehmend gemeinsam gespielt ohne Mama zu beachten und als ich dann den Raum verließ gab es nur ganz kurz Tränchen. Meine Abwesenheitszeit wurde langsam gesteigert und auch das klappte prima. Nicht mal eine Woche Krankheit mit stationärem Aufenthalt (andere, ganz schreckliche Geschichte; ich sag doch es gäbe VIEL zu erzählen!) hat daran etwas geändert. Mittlerweile schafft der Papa das Mädchen in die Kita während ich schon in der Arbeit bin, es gibt keine Tränen mehr und stattdessen ein Grinsen über alle vier Backen wenn wir der Erzieherin beim Abholen Tschüss sagen. Genau so soll es sein.

Seit genau einem Monat arbeite ich wieder und was soll ich sagen? Es ist grandios. Diese vier Stunden sind genau das, was ich brauche um mich über das Mamasein hinaus gebraucht zu fühlen. Und noch wichtiger ist es mir, dass ich finanziell wieder etwas zu unserem Familienleben beitragen kann. Versteht mich nicht falsch, jede Familie muss da ihren eigenen Weg gehen, aber ich persönlich habe das dringende Bedürfnis, auch ein bisschen Geld nach Hause zu bringen, beziehungsweise nicht meinen Mann fragen zu müssen, wenn ich mir etwas leisten will.

Ansonsten muss ich sagen, dass man dem Eulchen die Kita durchaus anmerkt. Sie ist offener geworden (hat aber noch ihre Fremdelphasen, in denen vorsorglich jeder angebrüllt wird :-D), hat sprachlich einen großen Sprung gemacht und endlich angefangen zu laufen. Und ihren Willen hat sie auch entdeckt, aber das muss ja auch so sein. Nach den Startschwierigkeiten kann ich also nur Gutes berichten. Ich bin echt froh, dass wir durchgehalten haben und ich dank meines Chefs die Möglichkeit hatte, das Ganze zeitlich ganz nach meinen Bedürfnissen zu gestalten. Das ist nicht in jedem Job und erst recht nicht in jeder Firma machbar.

So. Und in nächster Zeit schau ich dann mal, das ich hier wieder mehr schreibe, genug zu erzählen gibt es allemal!

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Hierrrrrrrrrrzulande…

… ist ja vieles anders als ich es aus der Heimat gewohnt bin. Gibt man sein einjähriges Kind hier in Bayern in die Krippe, erntet man verständnislose Blicke und Kommentare wie „warum hast du denn ein Kind bekommen wenn du es so früh schon abgibst?“

Zuhause dagegen, in der thüringischen Provinz, darf ich mir ein „willst du nicht bald mal wieder arbeiten gehen?“ anhören, wenn das Kind ein Jahr ist und immer noch nicht in die Kindereinrichtung geht. Es bräuchte doch endlich mal Kontakt zu anderen Kindern, nicht immer nur zur Mutter, herrgottnochmal. Außerdem ist es doch schrecklich immer nur Mutter zu sein und nichts anderes zu sehen, schrecklich ist das, ja!

Tja. Wir hatten gestern den Info-Elternabend in der Wichtelstube, in die unsere Tochter ab 1.11. zur Eingewöhnung gehen soll. Wir nehmen uns dann bis Ende des Jahres Zeit für die Eingewöhnung und Anfang 2016 gehe ich voraussichtlich von 8-12 Uhr wieder arbeiten. Das klingt alles ganz gut, der Betreuungsschlüssel in der Krippe ist gerade noch so okay (15 Kinder für drei Erzieherinnen) und vielleicht bleibt von meinem Gehalt sogar noch etwas übrig, wenn die Krippe bezahlt ist. Trotzdem bin ich zwiegespalten. Ich will ja wieder arbeiten, aber die Motte ist DOCH NOCH SO KLEIN! Sie kann noch nicht mal sagen wenn ihr was fehlt, kann noch nicht mal laufen oder ahnen, dass Mama immer wiederkommt um sie abzuholen. Noch kann ich mich mit dem Gedanken, sie – wenn auch nur für vier Stunden – abzugeben, nicht richtig anfreunden. Aber vielleicht wird das ja noch bis November.

Übrigens mag Madame dann keinen Brei mehr. Schon seit ein paar Wochen isst sie den sehr, sehr schlecht und anstatt mich und das Kind mit dem Füttern zu stressen, gebe ich ihr jetzt weich gekochte Spiralnudeln. Die mampft sie vergnügt in sich hinein, nur leider bestehen die nicht aus Gemüse. Ich habe schon alles versucht: den Nudeln weich gedünstete Gemüsesticks untermischen (in der närrischen Hoffnung, sie würde den Unterschied nicht merken) oder die Nudeln in Brei tunken, sozusagen Nudeln mit Gemüse-Soße. Beide Versuche, dem Kind so doch Gemüse unterzujubeln, wurden vereitelt. Die Sticks hat sie fein säuberlich erst aussortiert und dann mit Nichtbeachtung gestraft. Die Brei-Nudeln hat sie so lange zwischen beiden Händen hin- und hergemantscht, bis kein Brei mehr daran klebte. Ich habe leide keine Ideen mehr, wie ich noch Gemüse in das Kind rein tun könnte. Vielleicht gebe ich es auch einfach auf.

Außerdem liebt sie den Buchstaben r. Sie gibt gerollte rrrrrrrrs von sich wie ein Weltmeister. Das ist so süß ❤

Der Entbindungstermin meiner blöden Schwägerin rückt näher. Sieben Tage sind es noch. Sie hofft auf eine (O-Ton) "reibungslose" Geburt. Na gut, macht ja irgendwie jede Frau. Und wenn das Kind dann da ist, braucht es Härte und Strenge, von Anfang an. Es soll nämlich Anstand lernen. Wenn es schreit und sie nicht weiß warum, "muss es sich eben mal eine halbe Stunde austoben". Man kann nicht bei jedem Mucks gleich strammstehen, sagt sie. Und belächelt hat sie mich als ich keinen Bohnensalat essen wollte weil ich weiß, dass meine Madame das nicht verträgt. Es war so ein Lächeln das sagte: "Die soll sich mal nicht so anstellen nur weil das Kind mal wegen Bauchweh weint." Und als der Grill schon aus war obwohl sie ihren dämlichen Käse noch grillen wollte, meinte sie ohne mit der Wimper zu zucken in die Runde aus uns und den Schwiegerleuten: "Und was ist jetzt mit meinem Käse? Man hat's auch
nur mit Behinderten zu tun hier."
Ihr Kind soll also Anstand lernen? Muss dann wohl der Anstand sein, den sie nicht hat.

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Acht Monate, 1 Woche und drei Tage

Mein liebes Kind, der sieben-Monate-Eintrag vergammelt in den Entwürfen, ich habe es einfach nicht geschafft, ihn zu Ende zu bringen. Und damit dem Acht-Monate-Eintrag nicht dasselbe Schicksal zuteil wird, ist es eben jetzt der Acht-Monate-eine-Woche-und-drei-Tage-Eintrag 😀

Wir hatten einige wichtige Termine in den letzten Wochen. Deine Taufe liegt schon etwas zurück, dazu hatte immer wieder mal jemand Geburtstag, wir haben liebe Freunde besucht oder selbst Besuch empfangen. Kurz: das Leben ist (in diesem Sinne) wieder mehr wie damals, als du noch nicht bei uns warst. Wir „trauen“ uns wieder mehr zu unternehmen, unter Leute zu gehen oder einfach irgendwo einen netten Spaziergang zu machen. Natürlich liegt das auch an der Jahreszeit und am Wetter, aber ich glaube, ganz deutlich zu spüren, dass wir gelassener geworden sind und dir mehr zutrauen.

Auch das Babyschwimmen hat für mich seinen Teil dazu beigetragen, dass ich sicherer wurde, wenn ich allein mit dir unterwegs bin. Und ich habe dich dabei besser kennen gelernt, mein süßes Mädchen. Die anderen Kinder quietschen oder grinsen breit vor Freude, wenn sie zum ersten Mal ins Wasser gehen. Du schaust skeptisch. Die anderen Kinder strampeln wie wild und lassen das Wasser spritzen, sobald sie damit in Berührung kommen. Du überlegst. Die anderen Kinder begrapschen sich gegenseitig und klettern aufeinander herum. Du spielst mit deiner Quietsche-Krake (Quietscheenten sind uncool!) und interessierst dich gar nicht dafür, was die anderen machen. Ich glaube, du bist da wie ich. Nie im Mittelpunkt; nie da, wo die Action ist, sondern dort, wo man sich alles in Ruhe ansehen und dann entscheiden kann, wie man das findet. Wenn du ein bisschen Zeit hattest, alles ganz genau zu beobachten, taust du ganz schnell auf und bist ein munteres, fröhliches und offenes Baby. Aber dir entgeht nichts. Schaut dich jemand komisch an oder macht eines der anderen Babys einen missfälligen Laut, bist du sofort alarmiert. Auch hier Zuhause ist mit das schon oft aufgefallen. Du horchst auf jedes noch so leise Geräusch, beobachtest alles und studierst jede Kleinigkeit. Deswegen wirst du auch schnell müde und machst an guten Tagen zwei kurze und ein längeres Nickerchen. Zurzeit sind aber keine guten Tage, was den Tagschlaf angeht 😉

Deine Taufe war sehr schön. Unser lieber Pfarrer hat mal wieder die richtigen Worte gefunden – darin ist er wirklich gut, aber er kennt uns ja auch schon lange. Das ein oder andere Mal musste ich mir bei seinen Worten ein paar Tränen aus dem Augenwinkel wischen, aber das muss wohl so sein, wenn es richtig gemacht wird. Deine Paten sind zwei der liebsten Menschen, die Mama und Papa auftreiben konnten, also glaube ich, dass du mit ihnen sehr glücklich sein wirst. Bei der kleinen Feier anschließend haben sich auch alle benommen. Nur die Freundin meines Schwagers, die ja selbst hochschwanger ist, hat mal wieder keine Miene verzogen, aber daran haben wir uns ja schon gewöhnt. Ihr Desinteresse an allem, das sie nicht in den Mittelpunkt rückt, schockt uns lange nicht mehr.

Dein eher vorsichtiger Charakter zeigt sich auch, was die Motorik angeht. Du bist nicht unbedingt die Schnellste, hast zwar einen großen Bewegungsdrang, probierst aber nur zögerlich neue Sachen aus. Das Baby einer Freundin, nur zehn Tage älter als du, zieht sich schon zum Stehen hoch, du kannst noch nicht einmal vorwärts robben, geschweige denn krabbeln. Versteh mich nicht falsch, mein liebes Mädchen, ich finde dein Tempo völlig okay. Die anderen haben alle schon Zähne, du hast noch nicht einen. Die anderen krabbeln, du willst getragen werden. Mach ruhig langsam, meine Schnecke, du hast alle Zeit der Welt. Bleib von mir aus gern noch ein bisschen das kleine Baby ohne Zähne und ohne Lauf-Ambitionen. Du wirst noch früh genug selbstständig.

Ich bin zurzeit etwas… hm, ich weiß auch nicht. Der 37-Wochen-Wahnsinn hat mich enorm angestrengt und ich habe mich das ein oder andere Mal dir und dem Papa gegenüber unfair verhalten. Das tut mir sehr leid. Noch dazu kehrt mein Körper langsam zu seinem Zustand vor der Schwangerschaft zurück, vor allem hormonell. Das ist nicht ganz einfach für mich, weil die Schwangerschaft damit jetzt wirklich vorbei ist. Dabei habe ich noch nicht mal die Geburt so richtig verwunden. Das ist mir zwar erst in den letzten Wochen bewusst geworden, aber umso schwieriger ist es weil ich eigentlich geglaubt hatte, den doofen Kaiserschnitt abgehakt zu haben. Aber wie auch immer – mein Körper wäre tatsächlich bereit, erneut schwanger zu werden. Meinem Gefühl liegt nichts ferner als das. Klingt komisch, ist aber so.

Mein liebes Eulchen, bitte verzeih, dass ich in letzter Zeit nicht ganz die Mama war, die du verdienst. Die letzten Wochen waren anstrengend mit dir, aber das soll keine Ausrede sein. Auch wenn du ein Hyde-Baby bist ist das kein Grund für mich, auch zur Hyde-Mom zu werden. Ich habe da noch diese stinkende, halb verfaulte Kaiserschnitt-Leiche im Keller, die ich endlich mal ordentlich begraben müsste, damit sie aufhört, mich nachts heimzusuchen. Ich kriege das hin, versprochen ❤

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37-Wochen-Wahnsinn

Ich schreibe diesen Eintrag mit einer schwarzen Gewitterwolke über dem Kopf, aus der grelle kleine Blitze zucken. Ich kann nämlich nicht mehr. Bin am Ende. Fix und fertig.

Diese Woche war die Hölle. Das Kind ist wie ausgewechselt. Nur am Nölen, Jammern, Weinen. In dieser Reihenfolge. Sie ist mit nichts zufrieden. Alles Spielzeug ist doof, nichts kann sie begeistern. Auf dem Boden robben will sie auch nicht weil sie ja noch nicht recht vorwärts kommt, sondern es nur rückwärts geht. Getragen werden macht auch nicht lange Spaß, weder in der Manduca noch im RingSling. Brei essen ist eine Katastrophe und geht nur unter ständigem Beruhigen. Das Fingerfood, das sie morgens und abends bekommt, isst zermantscht sie jedoch ohne Probleme. Tagschlaf ist auch blöd und dauert mit ganz viel Glück anderthalb Stunden – sonst hat sie gern von zwölf bis drei gepennt. Die Nächte sind noch vor um sechs zu Ende, heute war es 5:45 Uhr.

Ich glaube, dass noch keiner der Entwicklungssprünge SO schlimm war. Den letzten habe ich kaum bemerkt. Aber dieser hier bringt mich wirklich an meine Grenzen. Ich kann nicht mal den Raum verlassen, da geht das Gebrüll los, als würde ihr jemand was zu leide tun. Vorhin wollte ich nicht, dass sie meine Hausschuhe ablutscht und meinte nachdrücklich, aber keinesfalls laut „Nein, nicht die Hausschuhe, die sind schmutzig“, da tat sie als hätte ich sie geschlagen und hat ungelogen fünf Minuten lang untröstlich geweint.

Meine Fresse, manchmal frage ich mich, warum wir uns nicht einfach einen Hund zugelegt haben. Oder eine Katze, von mir aus.

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Ein. Halbes. Jahr.

Mein süßes Mädchen,

ich spare mir jetzt die Sätze, in denen ich erstaunt darüber bin, dass du heute schon sechs Monate alt bist. Und ich werde auch nicht sagen, dass die Zeit an uns vorbei rast weil ich dich doch gefühlt gestern erst zum ersten Mal im Arm und vorgestern erst den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hatte. Es kommt mir wirklich so vor, aber Zeit ist nun mal relativ. Und wenn man dir beim Wachsen zuschaut, rinnt sie einem durch die Hände wie feinster Sand.

Wir haben dir letzte Woche zum ersten Mal Brei gegeben. Pastinake. Selbst gekocht mit dem grandiosen Dampfgarer von Philips Avent. Das Ding ist einfach toll und super praktisch. Dazu gibt es hier ums Eck einen Gärtner, von dem wir das Bio-Gemüse kaufen. Ich sah also keinen Grund, Gläschen zu kaufen, die immer gleich schmecken. Etwas Individualität schadet nicht. Du findest den Brei auch recht lecker, glaube ich; zumindest hast du gestern und vorgestern alles restlos weggespachtelt. Heute werde ich ein bisschen mehr machen (edit: Auch das hast du freudig in dich hinein gefuttert, yay!). Es macht mir Freude, dir dabei zuzusehen, wie du das mit dem Essen langsam lernst. Andererseits bin ich ein bisschen wehmütig. Du beginnst damit einen großen Schritt von mir weg zu machen, mein geliebtes Kind. Kaum, dass ich weiß wie mir geschieht, wirst du an unserem Tisch sitzen und Mamas Brust kaum noch brauchen. Deswegen genieße ich die Stillmahlzeiten zurzeit sehr. Wir haben so hart für unsere Stillbeziehung gekämpft, du und ich. Jetzt sind wir ein super Team, können überall und in jeder Position stillen. Wir zwei Profis ♥

Die Nächte mit dir sind … na ja, für mich sind sie eigentlich kein Thema. Du gehst halb acht schlafen und möchtest dann zwischen eins und zwei ein paar Schluck trinken. Dann schläfst du wieder. Manchmal bis halb sechs, manchmal nur bis fünf. Wie heute; es war 4:58 Uhr. Manchmal wünschte ich, du würdest dann noch ein bisschen die Augen zu machen, aber wenn du es nicht tust, finde ich das auch nicht schlimm. Dein Papa ist da glaube ich ein wenig anderer Meinung. Wenn die Leute uns fragen, wie die Nächte denn so sind, tut er, als müsse er aller zwei Stunden raus. Dabei dreht er sich nur um und schläft weiter. Das ist schon ein schweres Los 😉

Ich will aber nichts beschönigen, meine süße Sternschnuppe, es ist nicht jeden Tag alles eitel Sonnenschein hier. Es gibt auch Tage (Freitag war so einer), da kann ich nicht mehr. Du warst nur am Meckern und hast dich sehr schnell in deine schlechte Laune hinein gesteigert. Am Ende der Kraft war also noch sehr viel Tag übrig und das hat damit geendet, dass dein Papa zwei heulende Frauen trösten musste – aber das gehört nun mal auch dazu. Vielleicht war es der 26.-Woche-Sprung, vielleicht hattest du einfach nur miese Laune, ich habe keine Ahnung. Es war eben einfach so.

Was ich in diesem Post auch nicht tun werde, ist aufzählen was du schon alles kannst. Nur so viel sei gesagt: Du bist aufgeweckt und mobil und ich bin stolz auf jede neue Fähigkeit, die du übst und lernst. Aber man muss das auch nicht immer so raus hängen lassen – jedes Baby hat ein eigenes Tempo und das ist auch gut so.

Im Juni gibt es ja dann eine kleine Cousine für dich, mein Schatz. Dein Onkel väterlicherseits wird Papa und er und seine Freundin sind sich sicher, dass sich in ihrem Leben eigentlich nichts ändern wird. Wir wissen es besser, mein Eulchen. Wenn man sich auf das Elternsein einlässt (und das nicht nur biologisch, sondern auch emotional), ändert das alles. Es bringt eine Verantwortung und auch eine Liebe mit sich, die einem vorher fremd war und einen vollkommen überwältigt. Das krempelt alles um und es ist nicht immer schön, diese Bürde zu tragen. Aber als werdende Eltern hat man davon keinen Schimmer. Den hatte ich auch nicht, nicht im Geringsten. Ich bin gespannt, wie sich das bei deinem Onkel entwickeln wird. Dass wir den Namen, den sie für das Mädchen ausgesucht haben, bescheuert finden, müssen wir ihnen ja nicht verraten. Isabella soll sie heißen; aber Bella genannt werden … du ahnst es, mein süßes Mädchen, wie die gehirnamputierte Heulsuse aus den „Biss“-Filmen, die die Freundin vom Onkel so tollig findet. Die von einer Klippe springt, weil ihr Lover sie verlassen hat. Tihihihi, allein aus Protest werde ich niemals Bella zu dem Mädchen sagen. Klingt auch ein bisschen wie ein Hund, finde ich.

Was gibt es noch zu sagen? Viel zu viel, als dass ich es alles aufschreiben könnte. Vielleicht finde ich demnächst wieder mehr Zeit, meine Erlebnisse mit dir hier festzuhalten. Sie sind so kostbar, die Momente mit dir. Ich liebe dich abgöttisch, mein süßer Schatz.

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Fünf Monate

Mein liebes Eulchen,

heute bist du fünf Monate alt. Immer wieder schaue ich die tollen Bilder an, die noch im Krankenhaus von dir gemacht wurden und bin froh, dass wir so professionell festhalten konnten, wie klein du mal warst. Ich kann mich nämlich gar nicht mehr daran erinnern, dass du wirklich mal so winzig gewesen sein sollst.

Wir haben soeben die U5 hinter uns gebracht. Mittlerweile wiegst du 7330 Gramm, bist 65 Zentimeter lang und hast einen Kopfumfang von 41,5 Zentimetern. Es wird langsam schwer, dich durch die Gegend zu tragen, nur in der Manduca geht es noch ohne, dass mir bald alles weh tut. Du bist eben kein Fliegengewicht mehr.

Du wirst noch immer voll gestillt und ich glaube, daran willst du jetzt auch noch nichts ändern. Du guckst uns war recht interessiert beim Essen zu und fragst dich vielleicht, was das ist was Mama und Papa sich da unter der Nase rein schieben, aber so richtiges Interesse, selbst auch etwas zu essen hast du nicht. Kurz lutschst du mal an ein bisschen gekochter Kartoffel, aber deine Zunge hat alles eher wieder raus befördert, als rein. Also warten wir noch ein bisschen mit dem ersten Brei. Mich stört das nicht.

Schon vor ein paar Wochen hast du dich immer mal wieder hin und her gerollert, vor allem vom Bauch auf den Rücken. Aber so richtig spannend findest du das wohl nicht, denn nun legst du dich höchstens mal auf die Seite um an ein Spielzeug zu kommen. Mehr ist nicht. Dafür tragen dich deine kleinen Speckbeinchen schon ganz gut und Sitzen ist eine deiner Lieblingsbeschäftigungen weil man da so einen tollen Rundumblick hat. Leider lassen Mama und Papa dich immer nur kurz sitzen oder stehen und wenn du dann wieder liegen sollst kann es schon mal sein, dass du deiner Empörung darüber lautstark Ausdruck verleihst. Ich würde glatt behaupten, dass das schon richtiges Wutgeschrei ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob man das bei einem fünf Monate alten Baby schon so nennen kann. Wie dem auch sei, ich verstehe dich gut. Es ist ja auch nervig, wenn man nicht kann wie man will.

Unsere Nächte waren schon mal entspannter. Hast du mit drei Monaten locker acht Stunden am Stück geschlafen, sind es jetzt mit ganz viel Glück sechs Stunden. Meist aber eher vier. Manchmal bist du dann auch schon morgens um halb fünf hellwach, fängst an im Dunkeln zu erzählen und brauchst ein Weilchen um wieder einzuschlafen. „Das Kind braucht Brei“, meinte deine Oma natürlich sofort als sie hörte, dass du schlechter schläfst. Dabei hast du gar keinen Hunger, wenn du aufwachst. Du trinkst drei Züge und kuschelst dich dann an mich. Du willst Nähe und die Sicherheit, dass jemand da ist, der sich um dich kümmert. Mich stört das nicht und ich gebe dir gern, was du brauchst.

Wo wir schon beim Thema sind: Deine Oma kommt morgen zu Besuch. Ich bin schon gespannt, was ich mir wieder alles anhören darf. Als ich ihr erzählte, dass du neuerdings ein bisschen fremdelst (der Kinderarzt und seine Helferin waren dir auch gar nicht geheuer), sagte sie das läge daran, dass du zu viel allein mit mir bist. Janeeisklar. Dass Fremdeln ein ganz normaler Prozess in deiner Entwicklung ist, kann natürlich nicht sein. Es muss an mir liegen. Und daran, dass ich etwas falsch mache. Vielleicht reagiere ich bei sowas ja über, aber ich habe dann tatsächlich das Gefühl, dass mir indirekt Vorwürfe gemacht werden. Deine Oma hat nämlich immer gleich eine Lösung parat. Für Probleme, die keine sind. Du schläfst schlecht – du brauchst Brei. Du fremdelst – du bist zu viel allein. Das nervt mich, liebes Eulchen. Es verunsichert mich weil sich dann die Zweifel in meinen Geist schleichen. Mache ich doch etwas falsch? Sollte ich dir doch schon Brei geben? Sollte ich dich vom Babyschwimmen über die Mutter-Kind-Gruppe zum Pekip und wieder zurück schleppen, obwohl ich finde, dass das für dich und mich Stress wäre? Es ist frustrierend, wenn jemand glaubt, über mein Baby besser Bescheid zu wissen, als ich. Vielleicht kriege ich es mal hin, das ruhig und sachlich anzusprechen. Vielleicht raste ich aber auch aus dabei, mal sehen. Deiner Mama fehlt es ein bisschen an diplomatischem Geschick, mein Schatz.

Sonst bin ich aber ganz gut drauf zurzeit. Noch immer habe ich viel zu wenig Zeit für mich, aber entweder ich kann das jetzt besser akzeptieren oder dein freudiges Glucksen wenn du mich siehst entschädigt mich einfach mehr als genug dafür. Morgen gehe ich zum vorletzten Mal zur Rückbildungsfolter, dann sind die zehn Stunden auch schon wieder passé und ich muss mir etwas Neues suchen. Ich bin ein bisschen am Liebäugeln mit einem Zumba-Kurs. Vielleicht lässt der ja was von den noch überflüssigen Pfunden schmelzen. Man wird sehen.

Ansonsten, liebes Eulchen, blicke ich auf fünf aufregende Monate zurück. Es gab Momente, in denen mir das Wunder deines Lebens vor Glück den Atem geraubt hat. Und es gab welche, in denen war ich am Ende, sowohl körperlich als auch emotional. Aber auch diese Momente sind kostbar. Ich packe sie ebenso wie die glücklichen Augenblicke in eine hübsche Truhe und vergrabe sie ganz tief in meinem Herzen. Nichts und niemand wird mir diese Erinnerungen an dich je nehmen.

Und jetzt freue ich mich auf die nächsten Monate mit dir. Mein geliebtes Baby.

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Von der Stirne heiß / rinnen muss der Schweiß …

… findet zumindest unser Eulchen. Sie ist nur am wurschteln. Vorgestern hat sie sich völlig überraschend in ihrem Wurschtelwahn vom Bauch auf den Rücken gedreht. Ganz langsam und in Zeitlupe, mit mächtig viel Anstrengung und dem einen oder anderen zornigen Laut, warum das denn verflucht noch mal nicht einfacher oder zumindest schneller geht. Letztlich lag sie aber dann ganz fröhlich glucksend da und hat diese spaßige Sache seitdem auch noch ein paar Mal wiederholt. Weil es so lustig ist.

Auch Umgreifen konnte sie gestern schon. Das Greifspielzeug hab ich ihr in die eine Hand gegeben, da hat sie es, anstatt es erst mal ausgiebig in Sabber zu hüllen, lieber in die andere Hand genommen. Mein großes Mädchen! Weil ich so verblüfft war, hab ich das Ganze noch mal wiederholt und sie hat es auch noch zweimal hinbekommen, aber seitdem wollte sie das neue Kunststückchen nicht noch mal wiederholen, erst recht nicht wenn der Papa zuguckt. Ist ja auch nicht ganz so spannend.

Wenn sie dann zurzeit nicht am Herumschafteln ist, guckt sie. Aber wie! Manchmal denke ich dann, dass ich das Rattern in ihrem kleinen Köpfchen eigentlich hören müsste. Sie schaut sich dann alles ganz genau an, studiert ihre Hände, die Rassel, die Lampe oder (beim Stillen) mich, was ich natürlich allerliebst finde. Überhaupt merkt man sehr, dass sie derzeit mit irgendetwas sehr intensiv beschäftigt ist. Außerdem gibt sie mehr Laute von sich und probt diese in verschiedenen Lautstärken.

Es ist eine spannende Zeit gerade, aber hin und wieder ist sie auch anstrengend. Gestern waren mir nur fünf Stunden Schlaf gegönnt und dazu kam dann, dass das kleine Fräulein nicht richtig trinken wollte. Sie machte gefühlte drei Schluck, dann begann das spaßige Andocken-Abdocken-Weinen-Andocken-Abdocken-Spiel. Das zehrt an den Nerven, erst recht bei mir, wo ich ja ohnehin ständig Angst habe, dass das Kind nicht genug bekommt. (Eine unbegründete Angst. Sie nimmt super zu, Milch ist sehr ausreichend da, sie trinkt effektiv … und ich kann mich trotzdem nicht davon befreien, argh.) Da passiert es dann auch mal, dass der Mann und ich uns anzicken, aber das gehört wohl dazu und es ist ja auch immer schnell wieder vergessen.

Demnächst wird das Eulchen vier Monate alt. Vier unglaubliche Monate. Mal sehen ob ich bis dahin einen Vier-Monats-Blogpost zusammengebastelt bekomme. Zu berichten gäbe es mehr als genug … aber die Launen der Madame ist eher schwierig vorherzusehen derzeit 😉

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Da bahnt sich was an

Und zwar der Sprung um die 19. Woche. Der kündigt sich wohl schon in der 16. Woche an – Volltreffer, würde ich sagen. Madame ist sehr durcheinander; in dem einen Moment strahlt sie, dass die Sonne neben ihr verblasst, im nächsten Moment weint sie ohne erkennbaren Grund so herzzerreißend, dass man glauben könnte, sie probt für ein Theaterstück. Beides, das Lachen wie das Weinen, wirkt nämlich recht künstlich und wechselt sich in sehr kurzen Abständen ab.  Außerdem trinkt sie mehr schlecht als recht, weint an der Brust und dockt immer wieder ab, nur um sich dann zu beschweren, dass sie nix mehr im Mund hat. Wenn ich überlege, dass das jetzt drei Wochen so gehen soll, kriege ich zwar ein bisschen Angst, weiß aber gleichzeitig, dass auch dieser Sprung vorbei gehen wird. Man muss ihn nur durchstehen!

Die Feiertage haben wir wie geplant in der thüringischen Heimat verbracht. Es war stressig, aber nicht weniger schön. Das feiertägliche Gefresse (ich nenne es einfach mal so, man steht ja von einem Tisch auf und wankt an den nächsten) hielt sich bei uns glücklicherweise in Grenzen. Die nötige Gemütlichkeit, die mich sonst immer wieder zum Teller greifen ließ, stellte sich dieses Weihnachten einfach nicht so recht ein, was auch daran lag, dass unser Eulchen aller zwei Stunden trinken oder zumindest an die Bru#t wollte. Das war dann zwar meist nur Wohlfühl- und Geborgenheitsnuckeln (wahrscheinlich auch wegen der neuen Umgebung und der vielen fremden Leute, die das Baby angucken wollten), aber mir war es ganz recht. Solche geselligen Runden werden mir schnell zuviel, ich brauche dann auch mal wieder ein paar Minuten nur für mich. Mit Baby hatte ich da eine prima Ausrede und sobald die Maus einen Quieker von sich gegeben hat, konnte ich mich zum Stillen zurückziehen – das war ganz nach meinem Geschmack! Ansonsten war Weihnachten schon recht nett … es gab ein paar Geschenke, wir haben ein paar Lieder gesungen, Kartoffelsalat und Wiener waren sehr lecker … aber wirklich schön fand ich es, wie sich alle mit uns gefreut haben. Die Omas und Opas haben sich mit klugen Ratschlägen zurückgehalten, meine Tante war von der Kleinen völlig hingerissen und sogar mein Bruder (!) hat kurz den Maxi Cosi geschaukelt, damit die Maus darin Ruhe gibt, kurz: alle haben sich benommen, selbst als Madame beim Essen mit meiner Familie in der Gaststätte am zweiten Weihnachtstag kurz aufgedreht hat. So viel Harmonie hätte ich meiner Sippschaft gar nicht zugetraut, da war ich sehr positiv überrascht. Nur über meinen Bruder habe ich mich an Heilig Abend und vorher sehr geärgert, aber dazu kommt irgendwann mal noch ein extra Blogpost.

Noch dazu haben sich unsere Wunschkandidaten dazu bereit erklärt, die Taufpaten des Eulchens zu werden. Der beste Freund meines Mannes, der gleichzeitig unser Trauzeuge war, war ebenso erfreut ob unserer Anfrage, wie meine liebste und langjährigste Freundin. Die Taufe soll zu Ostern stattfinden. In der Kirche, in der ich getauft, konfirmiert und getraut wurde. Von dem Pfarrer, der mich getauft, konfimiert und getraut hat. Auch dazu werde ich zu gegebener Zeit mal noch ein paar extra Zeilen verfassen.

Und noch eine Neuigkeit gab es, die eigentlich gar keine mehr war. Wir wissen schon seit längerem, dass mein Mann in diesem Jahr Onkel wird (und ich somit zumindest angeheiratete Tante – immerhin!). Die Freundin seines Bruders, meines Schwagers, ist schwanger und hat das schon kundgetan, als sie in der siebenten Woche war und die Frauenärztin es ihr bestätigt hat. Sie hat (und dafür mein Respekt!) sofort aufgehört zu Rauchen. Aber Stillen will sie nicht, weil, ich zitiere frei, sie sich schon auf ihre erste Zigarette nach der Entbindung freut. Epic fail. Demnächst mehr dazu, denn auch zum Stillen plane ich demnächst einen Post. Fragt sich nur, wann ich das alles schreiben soll, wenn mein Kind gerade entwicklungsspringt?!

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Einfach mal die Fresse halten

Manchmal frage ich mich, wie unsereins zu einem verantwortungsvollen, vernünftig denkenden Menschen heranwachsen konnte. Die Generation meiner Eltern hat irgendwie alles falsch anders gemacht. Das sagen mir zumindest die Kommentare, die ich von den Großeltern des Eulchens so zu hören bekomme.

Als mein Mann letztlich in einem Telefonat mit seiner Mutter anmerkte, dass wir die Kleine abends gern in die Manduca packen und noch ein wenig durch die Gegend tragen weil sich ihre abendliche Unruhe so in Lust auflöst, wurde uns gesagt, dass wir es „später mal schwer haben werden“ weil wir das Kind zu sehr verwöhnen mit dem ständigen Tragen. Hinzu kommen diverse Kommentare von wegen, dass das Kind ruhig auch mal schreien kann weil es sonst ja nie (!!!) lernt, dass nicht immer alle nach seiner Pfeife tanzen. Ach, und eine Cousine meines Mannes wurde von ihrer Schwiegermutter gefragt, wann denn endlich „mit der albernen Stillerei“ Schluss sei. Und die Sache mit den Entwicklungssprüngen ist ja sowieso nur Unsinn, mit dem man die modernen Mütter an der Nase herum führt.

Mir rollen sich bei jeder dieser Äußerungen die Zehennägel auf. Man erwartet doch nicht wirklich von mir, dass ich mein drei Monate altes Baby schreien lasse, damit es endlich (es ist schließlich schon drei Monate alt!) lernt, dass es mir nicht auf der Nase herum tanzen kann? Oder, dass ich mein Baby nicht trage weil es dadurch ja viel zu anhänglich wird und nie von mir los kommt? Oder, dass ich aufhöre zu stillen weil das ja albern und vorsintflutlich ist? Diese Argumente (falls es denn welche sind) sind allesamt so dumm, dass es zum Davonrennen ist. Keiner Mutter der heutigen Zeit muss ich hier die Vorteile des Tragens und Stillens erklären. Oder die Folgen, die es hat, ein so kleines Baby einfach schreien zu lassen, es nicht hochzunehmen und mit seiner Not allein zu lassen.

(Natürlich weint mein Kind trotzdem. Sitze ich zum Beispiel – man verzeihe mir das profane Beispiel – auf dem Klo und das Baby beginnt in der Wiege, zu weinen, dann wird es sich eben drei Minuten gedulden müssen. Aber ich lege es nicht hin, wenn es – meiner Meinung nach – keinen Grund zum Weinen hat, verschwinde und lasse es alleine bis es vor Erschöpfung und Resignation einschläft. Das finde ich brutal und kaltherzig.)

Ich verstehe durchaus die Denkweise der Großeltern. In deren Augen sind wir zu halbwegs vernünftigen Menschen geworden, also könnten sie ja eigentlich gar nicht so viel falsch gemacht haben (Probleme im Kleinkindalter wie Bettnässen, Angst vorm Kindergarten, etc. verschweigen wir dann einfach mal. Die kommen GANZ BESTIMMT nicht davon, dass man uns hat schreien oder allein schlafen lassen!). Deswegen muss das, was wir heute tun, ja irgendwie falsch sein. Unsere Kinder werden verweichlicht, anhänglich und unselbstständig sein.

Ja, vielleicht wird das so sein, möglicherweise wird das Eulchen eines Tages ein missratenes, verwöhntes Gör sein, das nichts selbst hinkriegt, immer Mamas Hilfe braucht und beim kleinsten Pups heult. Aber dann ist das eben so, verdammt noch mal. Dann habe ich allein das zu verantworten weil ich mein Kind so erzogen habe. Und dann muss ich auch damit klarkommen. Bis dahin möchte ich aber wenigstens versuchen, mein Baby zu einem selbstständigen, vertrauensvollen und freundlichen Kind zu formen. Und alle anderen können einfach mal die Fresse halten. Danke.

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